Zunächst: Der Titel des Buches ist irreführend. Es geht nicht um eine leichte Reise- oder Urlaubsgeschichte, wie Titel und Einband vermuten ließen. Kuba spielt im Prinzip gar keine Rolle. Man könnte fast vermuten, dass die Titelerfindung ein „marketingtechnischer“ Trick des Verlages oder des Autors war. Wahrscheinlich werden wir es nie erfahren.
Die gesamte Geschichte spielt sich an einem Nachmittag in einem Berliner Hinterhof ab. Fünf Kinder wollen eigentlich zum baden fahren, plötzlich taucht jedoch ein älterer sowjetischer Herr auf, der einen Rentner sucht, der dort wohnt. Es geht um Suche, Wiedersehen, sowjetische Pralinen und natürlich um das DDR-Thema schlechthin: Antifaschismus (für Kinder verpackt) und Internationalismus. –
Auszüge aus dem Feuilleton:
FEUILLETON
Der Mann mit dem grünen Klempnerkasten
Zu Horst Beselers Erzählung „Auf dem Fluge nach Havanna“ – Kinderbuchverlag Berlin, 1973
Ein Hinterhof in Berlin, Hochsommer. Vier Kinder warten verdrossen auf eine fünfte, die ihren Fahrradschlauch nicht flicken will. Vom benachbarten Industriegelände dringt Baggerlärm herüber, der Beton ist warm, die Hitze macht dösig. Niemand ahnt, dass durch die Hausdurchfahrt gleich ein sowjetischer Diplomat hereinkommen wird, dessen Flugzeug in zwei Stunden nach Havanna startet — und der einen alten Freund sucht, von dem er fünfundzwanzig Jahre lang glaubte, er sei tot.
So beginnt Horst Beselers schmaler Band „Auf dem Fluge nach Havanna“, erschienen 1973 im Kinderbuchverlag Berlin als Band 97 der Reihe Die kleinen Trompeterbücher. 68 Seiten, Pappband, ein Mark fünfundsiebzig. Einer von rund 200 Titeln der berühmtesten DDR-Kleinbuchreihe. Und einer der literarisch dichtesten.
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