Es gibt Bücher, bei denen ich mir wünschte ich hätte diese einfach so gelesen, mit viel Zeit und Muße, bevor ich diese analysiere. „Das Mädchen und der Junge“ ist so ein Buch. Es führt uns zurück in die Denk- und Gefühlswelt als wir fast noch Kinder waren. Der Zauber des Anfangs, der Zauber der ersten Jugendliebe – aber auch von Konflikten und Abnabelungsversuchen, die ersten eigenen Schritte in die Erwachsenenwelt. Wie war das eigentlich bei dir damals? Vielleicht entdeckst du Parallelen zu deiner Jugendzeit ….. oder du kannst dich auch einfach von der Geschichte faszinieren lassen.
Auszüge aus dem Feuilleton:
FEUILLETON
Eine Wunde, die nicht zu sehen ist
Zu Günter Görlichs Jugendroman „Das Mädchen und der Junge“, mit Illustrationen von Wolfgang Würfel, Kinderbuchverlag Berlin 1981.
Am Ende steht das Bild eines Bahnsteigs. Ein Junge in kariertem Hemd lehnt am Geländer eines fernen Treppenabgangs. Das Mädchen, das ihn liebt, läuft auf ihn zu, springt über Koffer und Taschen, will rufen. Er sieht sie kommen. Er dreht sich ab, läuft die Treppe hinab, ist verschwunden. Die Klassenlehrerin sagt: „Einsteigen, Leute.“ Der Zug fährt nach Prag. So endet ein Jugendroman, der 1981 im Kinderbuchverlag Berlin erschien und für mein Empfinden zu Unrecht in der zweiten Reihe der DDR-Jugendliteratur steht. Günter Görlich erzählt die Geschichte einer ersten Liebe zwischen einer Vierzehnjährigen aus dem Arbeiterviertel Friedrichshain und einem fast Siebzehnjährigen aus dem Ingenieurshaus in Wilhelmsruh. Die Schemavokabel „Mädchen trifft Jungen, Mädchen verliert Jungen“ trifft auf den Plot zu. Sie verfehlt den Roman vollständig. Was Görlich tatsächlich schreibt,…..
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