Meister Nadelöhr als Buch

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Meister Nadelöhr als Buch

Dieses Buch erinnert mich an meine Kindheit. Es gab eine ganze Serie davon, über die Figuren des Kinderfernsehen. Ich war bereits der Leser in zweiter Generation, denn diese Bücher wurden in den Sechzigern gedruckt und auch gekauft, in der Kinderzeit meiner Elterngeneration. Besonders bezaubernd wirken immer wieder die Illustrationen von Ingeborg Meyer-Rey auf mich, welche eine ungezwungene und leichte, kindliche Fröhlichkeit ausstrahlen. Wer sich also noch einmal an Kindheitstage erinnern möchte, ist bei diesem Buch richtig. Der Feuilleton-Artikel verrät Hintergrundinformationen dazu.


Auszüge aus dem Feuilleton:

FEUILLETON

Das Märchenland wird Buch

Zum musikalischen Bilderbuch „Zu Besuch bei Meister Nadelöhr“, VEB Lied der Zeit, Berlin 1964

Sonntag, 15:30 Uhr. Der Mittagsschlaf ist beendet. Der Stuhl steht zwei Meter vor dem Bildröhrengerät, und im Wohnzimmer beginnt jenes Lied, das eine Generation von Kindern zwischen Rügen und Erzgebirge auswendig konnte: „Ich komme aus dem Märchenland, schnibbeldi-schnabbeldi-scher.“ Dass dasselbe Lied auch in einem Buch nachzuspielen war, mit Noten, Akkorden und passenden Bildern auf jeder Doppelseite, wussten 1964 noch die wenigsten. Der VEB Lied der Zeit in Berlin hatte beschlossen, das gerade neunjährige Fernsehformat in einem Querformat-Pappband festzuhalten, bevor es Tradition wurde.

Das Cover zeigt Eckart Friedrichson als Meister Nadelöhr im Profil, eingefasst in das stilisierte Oval einer Röhrenbildschirmmaske. Türkis oben, beige unten. Darüber, in rotem Schreibschriftzug, der Titel. Innen folgt das gleiche Prinzip auf jeder Doppelseite: links ein Zwischentext von Inge Trisch und ein Schwarzweißfoto aus dem Studio, wieder mit der Bildröhrenmaske, auf einem Vollton-Hintergrund in Rot, Türkis, Orange oder Gelb. Rechts steht der Notensatz mit Klavierbegleitung und Akkordsymbolen, der Liedtext silbenweise unter den Systemen, daneben eine farbige Illustration von Ingeborg Meyer-Rey und Rudolf Schultz-Debowski. Das Layout zitiert auf jeder Seite das Fernsehen und übersetzt es in seine Gegenwelt: links die flüchtige Sendung, rechts die Aneignung im Kinderzimmer.

„Ich komme aus dem Märchenland, schnibbeldi-schnabbeldi-scher. / Viel schöne Lieder bring ich heut, schnibbeldi-schnabbeldi-scher.“

— Auftaktlied

Der gesamte Feuilleton-Artikel ist jetzt als PDF-Download erhältlich.

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