Feuilletonartikel – Konstantin Simonow — Kriegstagebücher
Konstantin Simonow, Frontkorrespondent der „Krasnaja Swesda“, legte mit seinen Kriegstagebüchern keinen klassischen Tagebuchband vor. Was zwischen 1979 als Volk-und-Welt-Ausgabe und 1985 als Reclam-Heft 896 in zweiter Auflage erschien, ist ein dreischichtiger Text, in dem die unmittelbare Frontnotiz, die öffentliche Selbstkorrektur Jahrzehnte später und die Briefe von Überlebenden ineinander montiert sind. Das Fahrermädchen Pascha Anoschtschenko vom Siwasch wird zur Praskowja Kolupowa aus Kertsch, die ihre eigene Lebensgeschichte schreibt. Ein Veteran aus dem Kursker Bogen meldet sich aus dem Dorf Petrowka in der Region Primorje und korrigiert einen Buchstaben. Léon Blum, von Simonow 1944 versehentlich nach Majdanek versetzt, kehrt 1964 durch einen Brief von Professor Heymann ins richtige Lager zurück.
Der Feuilletonartikel rekonstruiert dieses Verfahren als literarische Leistung, ordnet Simonow biografisch ehrlich ein und folgt seinen fünf Stationen von Borissow 1941 bis Karlshorst 1945 — mit sechs Originalzitaten aus dem Buch, die selbst sprechen, statt zitiert zu werden. Der Artikel umfasst rund 2.300 Wörter auf neun A4-Seiten, druckfähig gesetzt mit Buchabbildung und Pullquotes im literarisch-antiquarischen Layout. Eine Lese-Erfahrung, die das Reclam-Heft 896 nicht ersetzt, sondern öffnet.
- Format: PDF
- Papierformat A4
- Seiten: 7
- Sprache: Deutsch
- Reihe: Feuilleton · ddrbuch.de