Eine Geschichte, an deren Ende der eigene Staat steht
Zum Sammelband „Teddy und seine Freunde“, Verlag Junge Welt 1969, illustriert von Hans Betcke
Wie erzählt man Kindern eine Geschichte, an deren Ende der eigene Staat steht? 1969, im Jahr vor dem zwanzigsten Geburtstag der DDR, hat der Verlag Junge Welt das versucht. „Teddy und seine Freunde“ heißt der schmale Band, gedacht für Sechs- bis Achtjährige, zusammengestellt aus Beiträgen der Schülerzeitschrift „ABC-Zeitung“. Wer ihn heute aufschlägt, bekommt etwas zu sehen, was man nicht mehr oft zu sehen bekommt: politische Erziehungsliteratur, die ihr Handwerk verstand.
Das ist nicht dasselbe wie Qualität, und es ist auch nicht dasselbe wie Unbedenklichkeit. Aber es ist der Grund, warum dieses Buch mehr verdient als ein abwinkendes Urteil. Hier haben Leute gearbeitet, die schreiben konnten. Sie haben geschrieben, was sie schreiben sollten. Die Frage ist, was dabei herauskam.
