Mit diesem Buch konnte ich zunächst nicht viel anfangen, zu verwirrend waren die vielen heidnischen Bräuche und Sagen für mich. Ich konnte der Handlung schwer folgen. Ein gangbarer Weg ist es, sich dem Buch über den Autor zu nähern. Denn die Geschichte hinter der Geschichte beginnt weit vor der DDR, mitten in der Nazi-Zeit wurde es verlegt. Für mich bleibt es dennoch ein Rätsel, warum „Die Heiden von Kummerow“ millionenfach verlegt und auch gekauft wurde.
Auszüge aus dem Feuilleton:
Das orangefarbene Buch aus einem anderen Deutschland
Ehm Welks „Die Heiden von Kummerow“ und die Frage, warum ein Kaiserreich-Roman zum Longseller der DDR wurde
Auf dem Innentitel steht eine Zahl, die stutzig macht: 23. Auflage, und das Erscheinungsjahr 1975. Wer kurz rechnet, merkt schnell, dass ein Buch, das in der DDR praktisch jährlich neu gedruckt wurde und dessen Gesamtauflage dort die Million überschritt, kein gewöhnlicher Roman gewesen sein kann. Das kräftige Orange des Einbands, die stilisierten Bäume am Wasser, gestaltet von Eberhard Binder-Staßfurt — dieser Band stand in Hunderttausenden Wohnzimmerregalen zwischen Spreewald und Ostsee. Und fast niemand, der ihn las, dachte daran, dass die Geschichte ursprünglich aus einem ganz anderen Deutschland stammte: erschienen 1937 bei Ullstein in Berlin, mitten in der NS-Zeit, geschrieben von einem Mann, der kurz zuvor selbst im Konzentrationslager gesessen hatte.
Wie wandert ein Buch durch drei Zeitschichten – das Kaiserreich, in dem es spielt, das „Dritte Reich“, in dem es entsteht, und die DDR, in der es zum Klassiker wird – und kommt in jeder an? Das ist die eigentliche Geschichte hinter diesem unscheinbar-auffälligen Hinstorff-Band.
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