Expedition Mikro von Alexander Kröger

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Expedition Mikro von Alexander Kröger

Expedition Mikro bringt als utopischer Roman interessante und ungewohnte Metaphern. Die Idee der Verkleinerung ist nicht neu und kennen wir aus anderen Plots. Hier fällt insbesondere auf, dass es nicht leicht ist, aufgrund der Vielzahl den Überblick der Hauptfiguren zu behalten. Meiner Meinung nach tragen dazu auch die seltsamen Namen bei. Am eindrücklichsten finde ich die beschriebenen Szene, wo ein 5mm großer Hubschrauber auf dem Körper einer halbnackten Frau landet.  


Ein Auszug aus dem Feuilleton-Artikel:

Die Riesen am Frühstückstisch

Alexander Krögers „Expedition Mikro“ – Spannend erzählt, Band 128, Verlag Neues Leben Berlin 1976

Sie stehen auf einem Stumpf und halten ihn für ein Plateau. Was sich in der Ferne bewegt, sind grünliche Zylinder mit großen, dunklen Platten am unteren Ende. Gela Nylf ist es, die laut ruft, was alle nicht zu denken wagen: „Dann waren die Säulen die Waden und die Platten die Schuhe!“ Das passiert auf Seite 78 eines DDR-Romans von 1976. In genau diesem Moment kehrt sich der Roman um. Die Helden sind klein. Wir sind die Riesen.

Diese Szene aus dem dritten Kapitel ist eine der ikonischsten Stellen der DDR-Phantastik. Sie trägt den Kröger-Ton: einen kühlen technischen Erzählmodus, der durch einen einzigen Ausruf in Erkenntnis kippt. Die Heldin, die den Schluss zuerst zieht, ist nicht der männliche Biologe an Bord. Es ist Gela, die Explorer-Ingenieurin. Was wie ein klassisches Schrumpfungs-Abenteuer beginnt, im Schatten von Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ und der phantastischen Filmreise von 1966, wird auf den zwanzig Kapiteln des Buches zu etwas Anderem. Ein Roman über Selbstbegegnung. Über kapitalistische Hybris und ihre biologischen Folgen. Und über die Frage, was eine humanistische Gesellschaft mit der Geschichte tun soll, die ihr vorausging.

Der gesamte Feuilleton-Artikel (7 Seiten) ist jetzt als PDF-Download erhältlich.

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