Daniel Druskat (Teil 1) von Helmut Sakowski

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Daniel Druskat (Teil 1) von Helmut Sakowski

Auch dieses Buch zeigt, dass Gesellschaftskritik in der DDR möglich war, sogar recht offen. Allerdings nur zeitweise, denn später verschwand der dazugehörige Film im Giftschrank der DEFA, das Buch jedoch erschien weiterhin. Offen werden heftige Probleme bei der Kollektivierung der Landwirtschaft der DDR thematisiert. Idealismus vs. Pragmatismus. Die Figur des Stephan zeigt, dass man eine sozialistische Lebensweise recht kreativ auslegen kann. Wer von beiden hat mehr Erfolg? Pikant ist, dass später beide Hauptdarsteller des Films (Krug & Thate) in den Westen auswanderten.  


Auszüge aus dem Feuilleton-Artikel:

Was ist denn ein Mensch zwischen den Gewalten?

Helmut Sakowskis „Daniel Druskat“ – eine Wiederlektüre. Auftakt einer fünfteiligen Reihe zum Roman, Verlag Neues Leben Berlin 1976.

Karwoche 1976, Ostermontag, 20 Uhr im Ersten Programm des DDR-Fernsehens. In Wohnzimmern zwischen Rügen und Suhl flackert das Bild eines schwarzen Wolga, der in ein mecklenburgisches Dorf einfährt. Drei Männer steigen aus, suchen ein weißgekalktes Haus am Ortsende. An den nächsten fünf Abenden wird ein Land mitverfolgen, was es heißt, wenn die Staatsmacht einen ihrer eigenen abholt — den LPG-Vorsitzenden Daniel Druskat, gespielt von Hilmar Thate, mit Manfred Krug als seinem Antipoden Max Stephan. Wenige Monate später wird Wolf Biermann ausgebürgert. Krug folgt 1977, Thate und Angelica Domröse 1980. Der Fünfteiler verschwindet bis zum Dezember 1989 im sogenannten Adlershofer Giftschrank. Was übrig bleibt, ist der Roman.

Er erscheint im selben Jahr im Verlag Neues Leben, parallel zum Drehbuch verfasst — Sakowski hat beide Texte zwischen 1973 und 1975 gleichzeitig fertiggestellt. Die zweite Auflage, ebenfalls 1976, liegt vor mir auf dem Tisch: 426 Seiten in Garamond aus dem Karl-Marx-Werk Pößneck, gebunden bei Interdruck Leipzig, mit einem Schutzumschlag von Hans-Georg Gerasch, der nicht das übliche sozialistische Idyll zeigt, sondern ein Kornfeld unter sturmverhangenem Himmel. Wer ihn betrachtet, ahnt, dass dies kein gemütliches Buch ist.

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Der gesamte Feuilleton-Artikel ist jetzt als PDF-Download erhältlich (7 A4 Seiten)

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