Kriegstagebücher (Auswahl) – Konstantin Simonow

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Kriegstagebücher (Auswahl) – Konstantin Simonow

Dieses Buch passend zu diesem besonderen Tag. Der 8.Mai 2026. Besonders berührt hat mich sein Gedicht „Wart auf mich“. Ich konnte mich selbst nicht erinnern, dass wir davon in der Schule hörten. Aber vielleicht habe ich es auch vergessen?

Konstantin Simonow
Wart auf mich

Wart auf mich, ich komm zurück,
Aber warte sehr.
Warte, wenn der Regen fällt
Gelb und trüb und schwer.
Warte, wenn der Schneesturm tobt,
Wenn der Sommer glüht.
Warte, wenn die andern längst,
Längst des Wartens müd –
Warte, wenn vom fernen Ort
Dich kein Brief erreicht,
Warte – bis auf Erden nichts
Deinem Warten gleicht.

Wart auf mich, ich komm zurück!
Kalt und stolz hör zu.
Wenn der Besserwisser lehrt:
„Zwecklos wartest Du!“
Wenn die Freunde wartensmüd
Mich betrauern schon,
Trauernd sich ans Fenster setzt
Mutter, Bruder, Sohn,
Wenn sie mein gedenkend, dann
Trinken herbe Wein.
Du nur trink nicht – warte noch
Mutig, stark, allein.

Wart auf mich, ich komm zurück!
Ja, – zum Trotz dem Tod,
Der mich hundert-, tausendfach
Tag und Nacht bedroht.
Für die Freiheit meines Lands
Rings umdröhnt, umblitzt,
Kämpfend fühl ich, wie im Kampf
Mich dein Warten schützt.
Was am Leben mich erhält;
Weißt nur Du und ich:
Daß Du, so wie niemand sonst
Warten kannst auf mich.


Hier nun Auszüge aus dem Feuilleton-Artikel:

FEUILLETON

Vier Jahre, drei Zeitebenen, ein Notizbuch

Zu Konstantin Simonows „Kriegstagebüchern“, Reclams Universal-Bibliothek 896, Leipzig 1985

Am 22. Juni 1941, kurz nach 14 Uhr, hebt in Moskau ein Schriftsteller den Telefonhörer ab. Er hat den ganzen Vormittag an Gedichten gearbeitet und ist nicht ans Telefon gegangen. Das erste, was er hört, sind drei Worte: „Es ist Krieg.“ Konstantin Simonow ist fünfundzwanzig, soeben aus einem Lehrgang für Militärkorrespondenten zurückgekehrt, und er hält den Krieg in den ersten beiden Tagen, wie er später schreibt, „naiv wie ein kleiner Junge“ für eine Sache, die durch Truppen vor uns und hinter uns rasch wieder geordnet sein werde. Vier Jahre später wird er das Gegenteil wissen. Sein Buch darüber, vierzig Jahre nach Kriegsende, lag als hellbraunes Reclam-Heft in DDR-Schultaschen.

Das Buch heißt „Kriegstagebücher“ und ist Band 896 von Reclams Universal-Bibliothek Leipzig, eine Auswahl von etwa zweihundertdreißig Seiten, im Frühjahr 1985 in zweiter Auflage erschienen, gesetzt aus Garamond-Antiqua, gedruckt im Grafischen Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden. Die Bestellnummer 661 0015 weist es als Massenware aus, der Preis war niedrig, das Format passte in jede Manteltasche. Was zwischen den hellbraunen Heftdeckeln steht, ist ungewöhnlich genug.

„Es ist Krieg.“

………….

Der gesamte Artikel ist jetzt als PDF-Download erhältlich.

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