Das Fiasko – von Stanislaw Lem (Teil 1)

Du betrachtest gerade Das Fiasko – von Stanislaw Lem (Teil 1)

Das Fiasko – von Stanislaw Lem (Teil 1)

Als ich dieses Buch für den heutigen Tag auswählte, beging ich gleich zwei Fehler: Erstens war ich nicht auf die düstere, manchmal pessimistische Stimmung gefasst und zweitens wählte ich ausgerechnet den letzten Roman von Stanislaw Lem, als sein erstes Besprechungswerk aus. Na gut, dann soll es so sein. Manche Romane beginnen ja auch mit dem Schluss. Im Text steckt eine große philosophische Tiefe, die ich selbst noch nicht völlig durchdrungen habe. Eine Tiefenanalyse kann hier wirklich weiterhelfen. Doch zwei überraschende Fakten habe ich über den Autor gelernt: Er schrieb diesen Roman als Auftragsarbeit für den S.Fischer Verlag, und er schrieb ihn in Wien, wo aufgrund des Kriegsrechtes in Polen er einige Jahre lebte.


Auszüge aus dem Feuilleton-Artikel:

FEUILLETON

Der Wald von Birnam wartet im All

Stanisław Lems „Das Fiasko“ (Volk und Welt, Berlin 1987) – Eine Annäherung in zwei Teilen. Teil I: Die erste Romanhälfte

Ein namenloser Pilot setzt auf dem Saturnmond Titan zur Notlandung an, und niemand würdigt das Kunststück. Zwei müde Fluglotsen, Kaffee aus Gefäßen, die an Laborgläser erinnern, ein Schnupfen, der einen der beiden plagt. „Diese Landung hast du ja noch mal sauber hingekriegt“, sagt der eine, ohne den Ankömmling auch nur anzusehen. So beginnt der letzte große Science-Fiction-Roman von Stanisław Lem. Ohne Fanfare, ohne Heldenpose. Wer das anders erwartet, hat den Titel nicht gelesen.

„Das Fiasko“, 1987 im Ostberliner Verlag Volk und Welt erschienen, in der Übersetzung von Hubert Schumann, gehört zu den Büchern, die ihr Ende im Titel tragen. Ob die Expedition scheitert, ist nicht die Frage. Sondern: warum Lem fünfhundert Seiten braucht, um zu zeigen, dass dieses Scheitern nicht von außen kommt, sondern aus der Vernunft selbst.

Der erste Teil dieser Annäherung folgt dem Roman durch seine sechs Eröffnungskapitel. Sie bilden einen geschlossenen Bogen für sich und enthalten bereits alles, was den Roman ausmacht.

…….

Der gesamte Feuilleton-Artikel ist jetzt als PDF-Download erhältlich.

Schreibe einen Kommentar