
An die Kirmesszene erinnern sich fast alle, die das Buch als Schullektüre hatten. Die Luftschaukel, das Lebkuchenherz, der fremde Tänzer mit den blauen Augen. Christa tanzt den Tango mit einem, den sie nicht kennen sollte, Peter sieht es von der Tanzfläche aus, und am Ende gehen beide allein nach Hause, weil keiner von beiden den Stolz herunterschluckt. Die Szene steht im siebten Kapitel. Im Rest des Buches geht es, unter anderem, um den Klassenkampf. Jurij Brězan hat „Christa“ 1957 geschrieben. Bis 1987 hat der Verlag Neues Leben das Buch achtundzwanzigmal nachgedruckt. Das ist die Ausgabe, die jetzt hier liegt: Halbleinen, türkisgrüner Schnitt, Garamond 10 Punkt, gedruckt im Karl-Marx-Werk Pößneck. Kaum ein anderes DDR-Jugendbuch hat so viele Auflagen erlebt.