Der Laden – Erwin Strittmatter

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Der Laden – Erwin Strittmatter

Der Laden kommt in einer anderen Art von Literatur: Es gibt keinen großen Handlungsbogen, keinen durchgängigen Plot, der sich hier von Anfang bis Ende aufspannt. Der Titel „Tautropfen-Welt-Theater“ trifft es daher ganz gut. Der Reiz liegt vielmehr in der Aneinanderreihung von Anekdoten, die vor allem die familiäre Umwelt, das Dorfleben vor dem Hintergrund ihrer zeit aus der kindlichen Sicht des kleinen Esau spiegeln. Die Vermischung des niederlausitzer Dialekts mit dem hochdeutschen macht dabei einen besonderes Reiz des Werkes und seines Charakters zentral aus.


Auszüge aus dem Feuilleton-Artikel:

Das Tautropfen-Welt-Theater

Erwin Strittmatters „Der Laden“ – ein spätes Hauptwerk, gewidmet seinem Lektor Günter Caspar

Petroleumlicht

In Schulzenhof bei Dollgow, irgendwann in den frühen achtziger Jahren, sitzt ein Mann von Anfang siebzig an seinem Schreibtisch und sucht nach dem Wort für einen Lichtschein, der seit sechzig Jahren in seiner Erinnerung steht. „Ihr sanftes, manchmal goldgelbes, manchmal goldrotes Licht fließt in die Geschichten ein, und es ist noch jetzt in jenen Geschichten“ – so wird der Satz heißen, der die Petroleumlampe seines Elternhauses in Bohsdorf beschreibt. Sechzig Jahre. Erwin Strittmatter wurde 1912 in Spremberg geboren. Die Lampe brannte 1919, als die Familie Matt in das niederlausitzische Heidedorf einzog, das im Roman Bossdom heißen wird. Jetzt brennt sie nur noch dort, wo Strittmatter sie aufschreibt.

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