Der Marinedolch ist ein prominenter Titel in der DDR-Jugendliteratur, da er der dritte Band der sehr bekannten Reihe „Spanend erzählt“ ist. Außerdem wurde er von Gerhard Goßmann illustriert, ein Name von nationalem Rang erster Güte in seiner Zunft. Durch meine Analyse bin ich nun erstmals etwas tiefer in den Inhalt eingetaucht, und weiß worum es geht. Die Abenteuer des jungen Micha haben mitunter spitzbübischen Charakter, gleichsam muss er aber bereits Gefahren der Erwachsenenwelt mittragen.
Auszüge aus dem Feuilleton-Artikel:
Der Junge mit dem Dolch – und der Autor, der zweimal lebte
Zu Anatoli Rybakows „Der Marinedolch“, Verlag Neues Leben Berlin, Reihe „Spannend erzählt“, Band 3
Im Morgengrauen kniet ein Junge vor einer leeren Hundehütte und zieht ein Bündel aus Lappen hervor. Eine Klinge blitzt im ersten Licht, dreikantig, und um den vergilbten Elfenbeinknauf windet sich eine Bronzeschlange mit aufgesperrtem Rachen. So fängt es an, im Sommer 1921. Millionen ostdeutscher Kinder haben diese Szene gelesen, denn „Der Marinedolch“ gehörte über drei Jahrzehnte zu den Dauerbrennern der Reihe „Spannend erzählt“. Was keiner von ihnen 1953 wissen konnte: Der Mann, der das schrieb, würde am Ende seines Lebens zu einem der schärfsten literarischen Ankläger des Stalinismus werden.
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