Der Spreewald – ein schönes Thema für viele aus dem Osten. Eins das mit positiven Erinnerungen verbunden ist und nach Urlaub oder Ausflug schmeckt. Die Querlandein-Reihe bringt es für Kinder in der DDR. Auch ich besaß zwei Bücher dieser Serie, und mir sind vor allem die Illustrationen hängen geblieben. Der Zeichenstil ist markant, und er hat oft etwas Surreales und Märchenhaftes. Genau deshalb werde ich es mir wohl eingeprägt haben. Damit wurde auch die Landschaft und Gegend aufgeladen und man wurde neugierig.  Beide Landschaften meiner Querlandein-Bände habe ich schon bereist. Es war nicht der Spreewald, sondern Osterzgebirge und Hiddensee. – Wer nochmal Urlaubs-, Ausflugs- und Entdeckerfeeling, sowie die Selbstsicht der DDR auf den Spreewald nachspüren möchte, liegt mit diesem Buch goldrichtig.


Auszüge aus dem Feuilleton:

Das Nützliche, das Schöne und das Märchenhafte

Ursula Ullrichs „Spreewald- und Wiesenfahrt“ (1985) – ein Kinderbuch, das klüger über Fortschritt und Bewahrung nachdenkt als mancher Erwachsenenroman

Ein Mann sitzt in einer fremden Stadt an einem fremden Tisch. Vor dem Fenster ziehen die Wasser des Spreewalds vorbei, langsam, im Nebenzimmer schläft sein Vermieter, ein alter Krüger, und zu Hause wartet ein Junge, dem der Vater fehlt. Der Mann kann die Entfernung nicht abkürzen, also schreibt er. Sieben Briefe werden es. Aus dem Trostpflaster für ein trauriges Kind wird dabei eines der klügsten Kinderbücher, die der Verlag Junge Welt je über eine Landschaft gedruckt hat.

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